Hey,
ein kleiner Ausflug in die visuelle Welt unserer geliebten Charaktere. Vornehmlich aus meiner Sicht. Fänd's cool, wenn du im Kommentarbereich auch ein paar Gedanken dazu teilst oder uns deinen Wandel von Darstellungen zeigst. Fände ich zumindest sehr spannend zu sehen, wie das bei anderen war :).
Bilder im RS sind mittlerweile nahezu Standard. Als ich angefangen hatte, war das noch anders. Da gab es einmal die, die Angelina Jolie und Antonio Banderas als Abbild ihres Charakters genommen haben, dann ein paar gezeichnete Pics, aber ganz viele, die einfach nur geschrieben haben, was man wohl sehen würde, wenn der Char vor einem steht. Es gab weder Pinterest und selbst Google war, wenn überhaupt, in den Kinderschuhen. Ich gehörte übrigens zu der Fraktion "No Pic!" Meine Chars waren so einmalig, dass kein Bild der Welt sie abbilden könnte. Safe.... zumal die Beschreibung eines Äußeren doch viel kreativer und schöpferisch wertvoller ist, als einfach ein Bild ins Profil zu klatschen!
Salvador ist 1,78m groß und wirkt auf den ersten Blick recht schmächtig. Sein schmales Gesicht ist von glatten pechschwarzen
Haaren eingerahmt, die ihm bis knapp über die Schultern reichen. Die dunkelbraunen Augen sind gewöhnlich von einer Sonnenbrille mit runden schwarzen Gläsern verdeckt. Seine Unterlippe ist mit einem silbernen Ring gepierct. Das linke Ohr trägt 8 Ohrringe.
Er wirkt um die 30 Jahre alt.
Kleiden tut er sich meist recht düster. Normalerweise trägt er eine schwarze Lederhose, die an den Seiten geschnürt ist, gehalten wird die Hose durch einen schlichten Ledergürtel mit silberner Schnalle. Auf die Schnalle ist eine sterbende Frau eingraviert.
Über dem Gürtel hängt jedoch gewöhnlich ein weißes Hemd, das er offen trägt. Unter dem Hemd verwehrt ein schlichtes schwarzes
Shirt die Sicht auf die Haut. Die Hände sind bis auf die schwarz lackierten Fingernägel von dem etwas zu langen Hemd verdeckt.
Am rechten Daumen sowie dem Zeigefinger zieren 2 silberne Ringe, mit einer Kette verbunden, die Hand. Schwarze Ranger schützen seine Füße, die Hose über den Schaft gezogen. Ein spanischer Akzent ziert seine Worte.
Irgendwann änderte sich meine Meinung, das Spiel änderte sich, die Welt änderte sich. Bilder wurden Massenware. Modelagenturen, Google & Co. öffneten ihre Schleusen und auch ich hab mich dann dazu entschlossen, meine Chars mit Bildern zu versehen. Beschreibungen wurden immer unwichtiger. Photoshop und Artverwandtes waren beliebt, man setzte ein paar Schatten, hier eine Kontur, da ein wenig Farbabgleich. Schriftzug drauf. Fertig! Jetzt war die Beschreibung eher ergänzender Natur oder für die, die es wirklich "ernst" meinten mit lyrischer Vollkommenheit. Ansonsten definierten sich viele jetzt mehr über ihre Kenntnisse und Kreativität im Mediendesign. Auch ich hab mich dem Trend natürlich hingegeben. Und ja, es hat auch Spaß gemacht!
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Das hielt sich dann auch eine ganze Weile. Die Programme wurden etwas benutzerfreundlicher, GIMP kam, es gab die Möglichkeit, Bilder online zu gestalten, Apps etc. Aber grundsätzlich hatte mittlerweile eigentlich nahezu jeder ein Bild seines Chars im GB, Profil oder was auch immer. Der eine aufwendiger, der andere schlichter. Eben so wie früher... als die Beschreibung ebenfalls mal detaillierter und mal weniger detailliert ausfiel. War das besser? Ich weiß es nicht. Ehrlicherweise hab ich echt lange daran festgehalten, dass Bildbeschreibungen mehr "wert" sind, als stundenlang im Netz nach Bildern zu suchen und die dann ggf. anzupassen. Am besten war es dann natürlich, wenn man beides gemacht hat, beschreiben und bebildern. Aber wonach richtet man sich? Erst Bild und dann den Text anpassen? Die Beschreibung als Grundlage machte es schon schwieriger, ein passendes Bild zu finden. So wirklich zufrieden war man dann nie. Schönes Beispiel auch hier. Ich hatte ein Bild zu Salvador gefunden, das mir gefiel. Aber naja, es passte nicht so ganz zu dem, was ich im Kopf habe. Trotzdem genommen. Und die Tattoos? Einfach so positionieren, dass sie auf dem Bild nicht zu erkennen sind (siehe nächsten Spoiler).
Und jetzt? KI. Das ist doch eigentlich vom Grundgedanken genau das, was gefehlt hat. Ich schreibe so, wie ich es ganz am Anfang gemacht habe, gebe es meinem Computer und er baut mir daraus meinen fucking Charakter! Und ich habe nicht einmal eine Identität 'klauen' und umwurschteln müssen. Wenn ich es ganz sauber mache, verletze ich hier auch keinerlei Copyright oder Ähnliches, aber das ist wieder ein anderes Thema. Im Endeffekt, bin ich am Ende sogar noch kreativer als vorher. Denn ich schreibe nicht nur einfach eine sehr abstrakte Vorstellung nieder, nein, ich muss sie kommunizieren, mit einem System, das vielleicht ganz andere Vorstellungen hat. Das mich auf Dinge hinweist, die ich noch gar nicht beachtet habe. Auf einmal merk ich, dass meine super tolle Beschreibung gar nicht so super toll ist. Dass vieles viel zu schwammig formuliert ist, dass manches gar nicht definiert ist. Und dann kommt auch noch die dumme KI-Idee dazu, was denn überhaupt Schönheit ist! Allein ein Frauenbild ohne volle Lippen zu modellieren, ist oftmals eine richtige Herausforderung. Jetzt hab ICH also den Salat. Mir stehen die Möglichkeiten zur Verfügung, die ich immer wollte, aber jetzt frisst es mir die Zeit. Aus 20 Minuten Beschreiben wurden 4 Stunden Photoshop & Bildersuche, wurden 6 Stunden KI-Modellierung. Wie soll man da noch zum Schreiben kommen? Früher war vielleicht doch alles besser....