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Freya Moone

Freya ist eine Wolfswandlerin und lebt in einer Welt, die verbrannt und gezeichnet ist. Als sie in Gefahr steckt und ein Rudel sie rettet, ändert sich alles.

F R E Y A ___L E N I___M O O N E
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N.........O.........C.........T.........I.........L.........U.........C.........E.........N.........T

𝐼 𝑠𝑒𝑒 𝑡𝘩𝑒 𝑏𝑎𝑑 𝑚𝑜𝑜𝑛 𝑎-𝑟𝑖𝑠𝑖𝑛'
𝐼 𝑠𝑒𝑒 𝑡𝑟𝑜𝑢𝑏𝑙𝑒 𝑜𝑛 𝑡𝘩𝑒 𝑤𝑎𝑦
𝐼 𝑠𝑒𝑒 𝑒𝑎𝑟𝑡𝘩𝑞𝑢𝑎𝑘𝑒𝑠 𝑎𝑛𝑑 𝑙𝑖𝑔𝘩𝑡𝑛𝑖𝑛'
𝐼 𝑠𝑒𝑒 𝑏𝑎𝑑 𝑡𝑖𝑚𝑒𝑠 𝑡𝑜𝑑𝑎𝑦

𝐷𝑜𝑛'𝑡 𝑔𝑜 𝑎𝑟𝑜𝑢𝑛𝑑 𝑡𝑜𝑛𝑖𝑔𝘩𝑡
𝑊𝑒𝑙𝑙 𝑖𝑡'𝑠 𝑏𝑜𝑢𝑛𝑑 𝑡𝑜 𝑡𝑎𝑘𝑒 𝑦𝑜𝑢𝑟 𝑙𝑖𝑓𝑒
𝑇𝘩𝑒𝑟𝑒'𝑠 𝑎 𝑏𝑎𝑑 𝑚𝑜𝑜𝑛 𝑜𝑛 𝑡𝘩𝑒 𝑟𝑖𝑠𝑒

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𝖡𝖺𝖽 𝖬𝗈𝗈𝗇 𝖱𝗂𝗌𝗂𝗇𝗀 - 𝖬𝗈𝗎𝗋𝗇𝗂𝗇𝗀 𝖱𝗂𝗍𝗎𝖺𝗅

The white wolf
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P.........E.........T.........R.........I.........C.........H.........O.........R
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... 》 𝗇𝖺𝗆𝖾 》 Freya Leni Moone
... 》 𝗄𝗈𝗌𝖾𝗇𝖺𝗆𝖾 》 Lenchen 》 Moon 》 Frey
... 》 𝖺𝗅𝗍𝖾𝗋 》 22 Jahre 》 04. März 》 Fische

... 》 𝖿𝖺𝗆𝗂𝗅𝗂𝖾𝗇𝗌𝗍𝖺𝗇𝖽 》 Langzeit-Single 》 nicht verliebt
... 》 𝗉𝖺𝗋𝗍𝗇𝖾𝗋 》 niemand 》 rein heterosexuell
... 》 𝗇𝖺𝖼𝗁𝗄𝗈𝗆𝗆𝖾𝗇 》 keine 》 nicht schwanger

... 》 𝗋𝗎𝖽𝖾𝗅 》 Mondrudel 》 reines Heilerrudel
... 》 𝗋𝖺𝗇𝗀 》 Beta 》 rechte Hand
... 》 𝖺𝗅𝗉𝗁𝖺 》 Jasper 》 verstorben

... 》 𝗉𝗋𝗈𝖿𝖾𝗌𝗌𝗂𝗈𝗇 》 Heilerin 》 Tintenzeichnerin 》 Sammlerin
... 》 𝗐𝖺𝗁𝗋𝗁𝖾𝗂𝗍 》 Jahrhundert-Heilerin 》 noch unbekannt
... 》 𝗄𝗈𝗇𝗓𝖾𝗉𝗍 》 aufopfernde Helferin 》 suchendes Licht

... 》 𝗋𝖺𝗌𝗌𝖾 》 Wolfswandlerin
... 》 𝗀𝖾𝗌𝗍𝖺𝗅𝗍 》 schneeweißes Fell 》 goldene Augen
... 》 𝖾𝗂𝗀𝖾𝗇𝗌𝖼𝗁𝖺𝖿𝗍𝖾𝗇 》 außergewöhnlich schnell 》 lautlos

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verstorben 《 Remus Moone 《 𝗏𝖺𝗍𝖾𝗋 《 ...
verstorben 《 Elara Moone, geb. Garou 《 𝗆𝗎𝗍𝗍𝖾𝗋 《 ...
verschollen 《 Hunter Moone 《 𝖻𝗋𝗎𝖽𝖾𝗋 《 ...

um die fünfzig Kilogramm 《 1.59 Meter 《 𝗄𝗈̈𝗋𝗉𝖾𝗋𝖽𝖺𝗍𝖾𝗇 《 ...
feminine Form 《 sanfte Kurven 《 sinnliche Sanduhr 《 𝖿𝗂𝗀𝗎𝗋 《 ...
ebenmäßiger Teint 《 gerötete Wangen 《 edle Blässe 《 𝗁𝖺𝗎𝗍 《 ...

eingefangene Sonnenstrahlen 《 warmes Gold 《 𝖺𝗎𝗀𝖾𝗇 《 ...
dicht 《 lang 《 obsidianschwarz und blütenweiß 《 𝗁𝖺𝖺𝗋 《 ...
weiße Braue 《 weiße Wimpern 《 rechte Seite 《 𝗌𝗂𝗅𝖻𝖾𝗋𝗌𝗍𝗋𝖾𝗂𝖿 《 ...

schmale Züge 《 kleine Nase 《 volle Lippen 《 𝗀𝖾𝗌𝗂𝖼𝗁𝗍 《 ...
Sichelmond hinter dem Ohr 《 Sommersprossen 《 𝗆𝖺𝗅𝖾 《 ...
Orchidee 《 Sandelholz 《 Vanille 《 Maiglöckchen 《 𝖽𝗎𝖿𝗍 《 ...

rechte Hand 《 gesamter rechter Arm 《 𝗍𝖺̈𝗍𝗈𝗐𝗂𝖾𝗋𝗎𝗇𝗀 《 ...
Lederbänder 《 Samtchoker mit Sichelmond 《 𝗌𝖼𝗁𝗆𝗎𝖼𝗄 《 ...
mal ganz locker 《 mal betonend 《 dunkle Töne 《 𝗄𝗅𝖾𝗂𝖽𝗎𝗇𝗀 《 ...
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S.........Y.........L.........V.........I.........C.........H.........O.........R

2589 Anno Domini
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The day after tomorrow
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The end
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[ together in the apocalypse with Cassian Varelli ]

𝘑𝘶𝘴𝘵 𝘰𝘯𝘦 𝘮𝘰𝘳𝘦 𝘵𝘪𝘮𝘦 𝘣𝘦𝘧𝘰𝘳𝘦 𝘐 𝘨𝘰, 𝘐'𝘭𝘭 𝘭𝘦𝘵 𝘺𝘰𝘶 𝘬𝘯𝘰𝘸
𝘛𝘩𝘢𝘵 𝘢𝘭𝘭 𝘵𝘩𝘪𝘴 𝘵𝘪𝘮𝘦 𝘐'𝘷𝘦 𝘣𝘦𝘦𝘯 𝘢𝘧𝘳𝘢𝘪𝘥, 𝘸𝘰𝘶𝘭𝘥𝘯'𝘵 𝘭𝘦𝘵 𝘪𝘵 𝘴𝘩𝘰𝘸
𝘕𝘰𝘣𝘰𝘥𝘺 𝘤𝘢𝘯 𝘴𝘢𝘷𝘦 𝘮𝘦 𝘯𝘰𝘸, 𝘯𝘰
𝘕𝘰𝘣𝘰𝘥𝘺 𝘤𝘢𝘯 𝘴𝘢𝘷𝘦 𝘮𝘦 𝘯𝘰𝘸

𝘚𝘵𝘢𝘳𝘴 𝘢𝘳𝘦 𝘰𝘯𝘭𝘺 𝘷𝘪𝘴𝘪𝘣𝘭𝘦 𝘪𝘯 𝘥𝘢𝘳𝘬𝘯𝘦𝘴𝘴
𝘍𝘦𝘢𝘳 𝘪𝘴 𝘦𝘷𝘦𝘳-𝘤𝘩𝘢𝘯𝘨𝘪𝘯𝘨 𝘢𝘯𝘥 𝘦𝘷𝘰𝘭𝘷𝘪𝘯𝘨
𝘈𝘯𝘥 𝘐, 𝘐'𝘷𝘦 𝘣𝘦𝘦𝘯 𝘱𝘰𝘪𝘴𝘰𝘯𝘦𝘥 𝘪𝘯𝘴𝘪𝘥𝘦
𝘉𝘶𝘵 𝘐, 𝘐 𝘧𝘦𝘦𝘭 𝘴𝘰 𝘢𝘭𝘪𝘷𝘦

𝘕𝘰𝘣𝘰𝘥𝘺 𝘤𝘢𝘯 𝘴𝘢𝘷𝘦 𝘮𝘦 𝘯𝘰𝘸
𝘒𝘪𝘯𝘨 𝘪𝘴 𝘤𝘳𝘰𝘸𝘯𝘦𝘥, 𝘪𝘵'𝘴 𝘥𝘰 𝘰𝘳 𝘥𝘪𝘦
𝘕𝘰𝘣𝘰𝘥𝘺 𝘤𝘢𝘯 𝘴𝘢𝘷𝘦 𝘮𝘦 𝘯𝘰𝘸
𝘛𝘩𝘦 𝘰𝘯𝘭𝘺 𝘴𝘰𝘶𝘯𝘥 𝘪𝘴 𝘵𝘩𝘦 𝘣𝘢𝘵𝘵𝘭𝘦 𝘤𝘳𝘺

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𝖡𝖺𝗍𝗍𝗅𝖾 𝖢𝗋𝗒 - 𝖨𝗆𝖺𝗀𝗂𝗇𝖾 𝖣𝗋𝖺𝗀𝗈𝗇𝗌

Ah, ah, ah, ah! Stayin' alive, stayin' alive!
Meine Hände finden den Rhythmus, während der unverkennbare Klassiker meine Bewegungen definiert. Immer wieder verlagere ich mein Gewicht nach vorne und drücke mich fest auf den Brustkorb Levis. Regungslos liegt er unter mir, sein Mund ist leicht geöffnet, die Wimpern flattern und doch bleiben die Augen darunter weiß verdreht. Mein Arm krampft, der kleine Finger meiner linken Hand zuckt unkontrolliert, verbiegt sich schmerzhaft. Ich ignoriere den Schmerz, blase mir eine störende Strähne aus dem Gesicht und bemühe mich darum, nicht den Rhythmus zu verlieren. Keine Reaktion, aber ich gebe nicht auf. Während die Bee Gees ein kostenloses Konzert in meinem Kopf veranstalten, spüre ich, wie ich meine gesamte Kraft investiere. Aufgeben ist keine Option. Er muss überleben.
‚Dann streng' dich an!‘
Ein schmerzhaftes Ziehen in meinem Bauch erinnert mich daran, dass ich die Luft angehalten habe. Instinktiv öffne ich den Mund, atme laut ein. Kühle Luft strömt in meine Lungen, ich kann den Regen riechen, der noch im feuchten Waldboden sitzt. Das Harz, das in knorrigen Rinden hochaufragender Bäume klebt. Metallisches, schwer-süßes Blut, das eine rote Spur auf der dunklen Erde hinterlassen hat. Kurz drehe ich den Kopf, wage einen prüfenden Blick über meine Schulter. Fanny kauert auf den Knien und starrt ihre Hände an, an welchen das tiefrote Blut ihres Bruders klebt. Wirre Strähnen fallen ihr ins Gesicht, sie atmet flach und schnell, ihr gesamter Körper zittert. Als sie meinen Blick auf sich liegen spürt, hebt sie den Kopf und sieht mich mit ihren grünen Augen an. Angst schlummert darin, die wachsende Panik, ihren Bruder zu verlieren.
„Ich habe sein Bein abgebunden...”, stammelt sie leise und mit zittriger Stimme. Sie hebt ihre rechte Hand, will sich eine der braunen Strähnen aus der Stirn streichen, aber verteilt rotes Blut auf ihrer blass gewordenen Haut. Erschrocken zieht sie die Luft durch die Zähne ein, als sie die Feuchte auf ihrer Haut spürt. Sofort senkt sie die Hand, starrt diese kurz an, dann blickt sie erneut zu mir. Mit dem Rot auf ihrem Gesicht sieht sie aus, als hätte sie sich Kriegsbemalung aufgetragen, allerdings ist sie für einen Krieg zu ängstlich.
‚Fuck‘, schießt es mir durch den Kopf, als ich diesen erneut zu Levi wende. ‚Dabei sind wir längst im Krieg.‘
Prüfend starre ich auf meine Hände. Kurz beschleicht mich die seltsame Furcht, ich könnte mit der Herzrhythmusmassage aufgehört haben, aber mein Körper hat sich verselbstständigt. Mit entschlossenen Bewegungen folge ich weiter dem Rhythmus der Bee Gees und kann mich somit wieder Fanny zuwenden, die mittlerweile auf ihren Po gesackt ist. Ihre Beine streckt sie aus, schiebt sich über den Boden weg, bis ihr gekrümmter Rücken gegen einen Stamm stößt. Schluchzend schlägt sie sich die Hände vors Gesicht, verteilt noch mehr Blut ihres Bruders auf ihren Zügen.
„Er ist tot!”, stößt sie aus. Die Stimme ist schrill und klirrt vor Panik. „Er ist gestorben, weil er auf mich aufgepasst hat!”
Ich spüre, wie sich meine Zähne fest in meiner Unterlippe verbeißen, beschließe aber, den heißen Schmerz zu ignorieren. Nicht jetzt.
Mit jeder Sekunde, die verstreicht, wird Fannys Stimme lauter und heller. Zwischen ihrem Schluchzen brechen seltsam verwischte Wortfetzen hervor, wie ein Aquarell, das in verschüttetem Wasser verläuft. Nichts davon kann ich identifizieren, allerdings erkenne ich eine Hyperventilierung, wenn ich sie sehe. Es ist die Art, wie sie kaum noch atmet, sondern nur noch gepresst schluchzt und den wenigen Atem nutzt, um sich in grellen Selbstvorwürfen zu wiegen. Eigentlich würde ich jetzt zu ihr gehen, sie in den Arm nehmen und sie ans Atmen erinnern. Eigentlich. Allerdings knie ich hier über ihrem Bruder und breche mir meine Arme, weil ich versuche, ihn zurück ins Leben zu holen. Fucking großartig.
Mir ist bewusst, dass ich weder Zeit noch Spielraum habe. Zweiteilen kann ich mich nicht, also muss ich handeln. Richtig handeln.
„Fanny”, presse ich hervor und sehe, wie sie ihren Kopf hebt. Sie sieht aus wie ein roter Braveheart, beschmiert mit dem Karmesin, das sie beinahe gefährlich wirken lässt.
„Wird die Blutung schwächer?”
Ihr Blick ist eine Mischung aus Verwirrung, Ungläubigkeit und Angst. Kurz huscht ihr Augenmerk an mir vorbei und fixiert das Bein ihres Bruders, dann wischt sie sich mit dem Handrücken Tränen aus den Augen. Es macht ohnehin keinen Unterschied mehr, noch roter kann sie kaum werden. Dann aber folgt die Bewegung, auf die ich gehofft habe: Sie drückt sich auf die Knie, stützt sich mit den Händen ab, krabbelt eilig näher und bringt sich neben Levis Körper. Einen Moment lang schweigt sie, als sie die Blutung zu prüfen scheint und abwägend den Kopf zur Seite legt.
Zumindest hat sie aufgehört zu weinen.
„Und?”, frage ich ungeduldig. Ich meine es nicht böse, will sie nicht anfahren, dennoch klingt der Ton, der in meiner Stimme mitschwingt, etwas harsch. Etwas, was Fanny so nicht wahrzunehmen scheint, denn weder zuckt sie, noch wirkt sie erschrocken. Stattdessen beugt sie sich über das Bein ihres Bruders und nutzt ihre Hände, um es vorsichtig zu drehen.
„Es wird weniger, hat fast aufgehört”, sagt sie leise, aber mit einer Entschlossenheit in den Worten, die mich innerlich erleichtert aufatmen lässt.
Hoffnung scheint Besitz von ihr zu ergreifen, denn kaum hat sie verstanden, was sie da gerade von sich gegeben hat, rutscht sie zu mir und starrt an mir vorbei auf das Gesicht ihres Bruders. Ich kann sehen, wie sie ihre Luft anhält, wie Sekunden zu gefühlten Stunden werden. Jeder Augenblick muss für sie wie eine kleine Ewigkeit sein.
Was, wenn ich ihn nicht retten kann? Was, wenn er hier und jetzt stirbt? Alles in mir verkrampft sich, als ich darüber nachzudenken beginne. Fanny und Levi stehen sich sehr nah, haben dieses Zwillings-Band, das sie auf ganz mystische Weise miteinander verknüpft. Ich glaube nicht, dass sie seinen Tod ertragen könnte. Um ehrlich zu sein will ich darüber gar nicht nachdenken. Mein Blick richtet sich auf meine Hände. Sie sind mit getrocknetem, verkrustetem Blut überzogen. Unter meinen Fingernägeln sehe ich die schwarzen Ränder, die sich dort unnötig festgesetzt haben. An meinen Handrücken spannt die getrocknete Substanz und wirft komisch abstrakte Fältchen. Irgendwie sehen meine Hände verschrumpelt aus, stelle ich fest. Wie die Hände einer alten Frau - nur hoffe ich inständig für jede alte Frau auf dieser Welt, dass sie nicht in Blut baden muss. Nicht so wie wir.
Fuck. - Dieser verdammte Hinterhalt. Diese beschissenen Jäger. Diese verfluchte Silberkugel.
Das Projektil war für Fanny bestimmt gewesen und hätte ihren Kopf treffen sollen, als sie da auf dem Boden gesessen hatte. Vermutlich hatte sie auch längst mit dem Leben abgeschlossen, aber dann war da Levi gewesen, todesmutig und lebensmüde.
Selbst jetzt kann ich noch dieses feuchte Geräusch hören, als sich die Silberkugel in sein Bein gebohrt hat. Dann dieses schmerzerfüllte Brüllen. Gänsehaut klettert über meine Arme und jagt mir einen Schauer über den Rücken. Feine Haare stellen sich in meinem Nacken auf. All das Blut.
So scheiße viel Blut.
Es war leicht gewesen, die Jäger loszuwerden. Warum kann es nicht so leicht sein, einen Mann zurück ins Leben zu holen? Ich würge irgendetwas hinunter, was groß wie ein Kloß und hart wie ein Stein ist. Das Schlucken schmerzt und danach bleibt nur dieser Flaum im Mund, der Zunge und Zähne belegt. Was würde ich für ein Glas Wasser geben! Auf einmal habe ich dieses Gefühl, dass alles leichter sein würde, hätte ich nur etwas Wasser. Sicherlich könnte ich dann Levi retten und Fanny trösten. Bestimmt könnte ich dann das Rudel vor den Jägern schützen. Ganz zweifellos könnte ich dann das Richtige tun. Hätte ich doch nur dieses Glas Wasser.
Mein Blick legt sich wieder auf den Mann unter mir und mir wird langsam mit der Schwere einer Abrissbirne, die mir ins Gesicht schlägt, klar, dass ich ihn nicht retten kann. Es fegt mich fast von den Füßen, als mich diese Gewissheit trifft. Wie oft habe ich nun die Bee Gees in meinem Kopf abgespielt, um den Rhythmus zu halten? Wie lange mache ich das hier schon? Zu lange. Mich übermannt diese tonnenschwere Kälte, die das Blut in den Adern gefrieren lässt. Ich kann spüren, wie mein Gesicht entgleist und von der Anspannung zu tauber Ausdruckslosigkeit …

Valhallana — Community für Rollenspieler und Schreibende